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Wirkung ganzheitlicher osteopathischer Behandlungen bei Erwachsenen mit Schlafstörungen und Depressionen:
eine randomisierte kontrollierte klinische Studie

Masterarbeit von Camille Hagenkort

Hintergrund: Schlafstörungen sind mit einer Vielzahl von Gesundheitsstörungen verbunden. Sie sind auch ein Kernsymptom von Depressionen. 25% der deutschen Bevölkerung leiden unter Schlafstörungen, bei depressiven Personen sind es fast 90%. Osteopathie könnte durch den ganzheitlichen Ansatz eine gute Zusatztherapie zur Psychotherapie sein.

Ziel: Ziel dieser Studie ist es, die Wirkung ganzheitlicher osteopathischer Behandlungen auf Körper und Geist von Personen mit Schlafstörungen und Depressionen zu untersuchen.

 

Methodik: In der randomisierten kontrollierten Studie wurden 25 Studienteilnehmer mit Schlafstörungen und Depressionen untersucht. Schlafstörungen wurden anhand des validierten Pittsburgh Schlafqualitätsindex (PSQI) und Depressionen anhand des validierten Beck-Depressionsinventar-II (BDI-II) erfasst. Die Messparameter werden zu drei Zeitpunkten anhand eines Online-Fragebogens erhoben. Gemessen wird vor der ersten Behandlung, zwei Wochen nach der dritten, und vier Wochen danach. Der letzte Messpunkt dient als Follow-Up, bei dem noch Abschlussfragen beantwortet werden. Die Interventionsgruppe erhält drei ganzheitliche osteopathische Behandlungen. Die osteopathischen Dysfunktionen werden anhand eines Untersuchungsprotokolls erfasst. In der Kontrollgruppe erfolgt keine Intervention.

 

Ergebnisse: Bei Schlafstörungen konnte eine statistisch signifikante Verbesserung in der Interventionsgruppe mittels des PSQI-Gesamtscores (95% Cl= -3,6 [-5,5 bis -1,6], p=0,002) und bei Depressionen mittels des BDI-II-Gesamtscores (95% Cl= -10,6 [-17,3 bis -3,8], p=0,005) nachgewiesen werden. In der Kontrollgruppe wurde keine statistische signifikante Verbesserung erreicht. Die Interventionsgruppe hat sich im Vergleich zur Kontrollgruppe hinsichtlich der Schlafstörungen (95% Cl= 3,1 [0,5 bis 5,6], p=0,02) und der Depressionen (95% Cl= 7,9 [0,7 bis 15,2], p=0,03) statistisch signifikant verbessert. Bei der Analyse der einzelnen Komponenten der Schlafstörungen in der Interventionsgruppe haben sich Schlafdauer, Schlafstörungen, Schlafmittelkonsum und Tagesmüdigkeit statistisch signifikant verbessert. Die subjektive Schlafqualität hat sich in beiden Gruppen statistisch signifikant verbessert. Die Schlaflatenz und die Schlafeffizienz haben sich in keiner der beiden Gruppen verbessert.

 

Fazit: Die statistisch signifikanten Ergebnisse dürfen aufgrund der kleinen Stichprobe nicht überinterpretiert werden. Um wissenschaftlich gesicherte Aussagen treffen zu können, bedarf es weiterer qualitativ und quantitativ hochwertiger Studien.